Satellit statt Monolith — warum Best-of-Breed oft besser ist als die All-in-one-Suite
Die Monolith-Falle
Der Pitch ist verlockend: ein System, das E-Mail-Marketing, CRM, Social Media, Reporting, Lead-Scoring und Landing Pages in einer Oberfläche vereint. Ein Login, ein Vertrag, ein Ansprechpartner.
Was in der Praxis passiert: Das Tool kann alles — und nichts davon besonders gut. Die Newsletter-Funktion ist umständlicher als ein dediziertes E-Mail-Tool. Das CRM weniger flexibel als spezialisierte Lösungen. Das Reporting braucht Workarounds. Und wenn der Anbieter ein Feature deprioritisiert, sitzt du fest.
Wann was sinnvoll ist
Die Grenze ist nicht technisch — sie ist organisatorisch. Die eigentliche Frage ist: Wie hoch ist die Integrationsbelastung, wenn Daten zwischen mehreren Tools fließen müssen?
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Marketing-Team unter 5 Personen, überschaubare Datenflüsse | Best-of-Breed. Kürzere Lernkurven, bessere Tools, weniger Lizenzkosten. |
| Komplexe B2B-Sales-Organisation mit tiefer CRM-Integration | Monolith kann sinnvoll sein — wenn die Integration wirklich der primäre Risikofaktor ist. |
| Wachsendes D2C-Unternehmen, viele Marketing-Kanäle | Best-of-Breed. Flexibilität beim Skalieren ist wichtiger als Zentralisierung. |
| Konzern mit Legacy-Systemen und IT-Governance | Hier entscheidet die IT-Strategie — kein universelles Urteil möglich. |
Für fast alle Marketing-Tech-Entscheidungen im Mittelstand gilt: Best-of-Breed ist die bessere Ausgangslage. Du behältst die Kontrolle, die Werkzeuge bleiben scharf, und du zahlst nicht für Module, die du nie nutzt.