Amazon Chargebacks: die versteckte Kostenstelle im Vendor-Account | schaller.work
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Amazon Chargebacks: die versteckte Kostenstelle im Vendor-Account

3 Min. Lesezeit 9. Januar 2023 Christopher Schaller

Was Chargebacks sind — und wie sie entstehen

Im Vendor-Modell kauft Amazon deine Produkte ein und verkauft sie weiter. Als Gegenleistung erwartet Amazon, dass Lieferungen exakt nach ihren Anforderungen eintreffen: zur richtigen Zeit, in den richtigen Verpackungseinheiten, mit korrekten Barcodes.

Wenn das nicht klappt, stellt Amazon Chargebacks in Rechnung. Automatisch, ohne Ankündigung, direkt gegen deine Zahlungsforderung verrechnet.

Die häufigsten Typen:

Logistik
Falsches Lieferfenster
Lieferung außerhalb des gebuchten Zeitfensters — selbst wenn sie nur einen Tag zu früh oder zu spät kommt.
Verpackung
Falsche Kartongrößen
Kartons, die nicht den vereinbarten Vorgaben entsprechen, verlangsamen den Eingang im Fulfillment Center.
Barcode
Fehlende oder falsche Barcodes
Produkte ohne korrekten FNSKU oder EAN landen im Problemeingang — und du zahlst dafür.
Lieferung
Verspätete Sendungen
Wenn deine Purchase Orders nicht vollständig und pünktlich erfüllt werden.

Was das kostet — und warum niemand es trackt

3–8 %
So viel des Vendor-Umsatzes fließt bei vielen Herstellern unbemerkt durch Chargebacks ab. Auf einem siebenstelligen Vendor-Account sind das schnell fünf- bis sechsstellige Beträge pro Jahr.

Das Überraschende ist nicht, dass Chargebacks existieren. Das Überraschende ist, wie selten sie systematisch verfolgt werden. Wer für den Vendor-Account zuständig ist, stellt die Rechnung aus und bucht den Eingang. Was Amazon davon abzieht, gerät selten in die P&L-Analyse.

„Das erste, was ich in jedem Vendor-Account mache: Chargeback-Report aufmachen. Fast immer ist das eine unangenehme Überraschung.“
Konkreter Einstieg

In Vendor Central findest du unter Payments → Chargebacks einen vollständigen Report nach Typ, Datum und Betrag. Exportiere ihn, leg dir eine wöchentliche Kalender-Erinnerung an und miss, ob die Beträge sinken.

Wenn du siehst, wo die Chargebacks entstehen, ist das Problem meistens in drei bis vier Wochen erheblich reduziert — oft durch reine Prozessanpassungen in der Logistik.

Christopher Schaller Amazon-Strategie für Hersteller und Marken
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